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KI für Unternehmen:  Die 7 Top-KI-Tools im DACH-Raum und ihre rechtlichen Herausforderungen

Auch im deutschsprachigen Raum haben generative KI-Tools längst Einzug in den Unternehmensalltag gehalten. Sie unterstützen bei TextproduktionRechercheKommunikationAnalyse oder Kreativarbeit. Gleichzeitig bringen genau diese Anwendungen neue rechtliche und organisatorische Fragen mit sich: Wo laufen die Daten? Wie transparent ist das Modell? Welche Risiken entstehen bei vertraulichen Informationen oder urheberrechtlich geschütztem Material? Und welche Vorgaben ergeben sich aus Datenschutzrecht und dem EU AI Act?  

Foto: Aersp.com

Wir zeigen Ihnen die KI-Tools für Unternehmen, die aktuell besonders viel Aufmerksamkeit erhalten, und verraten, was sie technisch leisten und welche Punkte Firmen vor der Implementierung zwingend prüfen sollten. 

ChatGPT: Der Textprofi 

Einsatzbereiche: Was kann das Tool? 

Im Unternehmensumfeld wird ChatGPT vor allem für textnahe Aufgaben eingesetzt: Automatisierte Entwürfe für E-Mails, Präsentationen oder Berichte, schnelle Zusammenfassungen, Rechercheunterstützung, interne Wissensaufbereitung, erste Content-Skizzen für Marketing sowie Support beim Programmieren. Viele Firmen nutzen es zudem als internes „Sparring-Tool“, um Ideen zu prüfen oder komplexe Themen vorzuanalysieren, weil die Einstiegshürde gering ist und sich Routineprozesse damit messbar beschleunigen. 

Foto: Dima Solomina

Rechtliche Risiken: Worauf müssen Unternehmen achten?  

Rechtlich relevant wird ChatGPT überall dort, wo vertrauliche oder personenbezogene Daten ins Spiel kommen. Risiken betreffen vor allem den möglichen Abfluss sensibler Informationen, unklare Trainingsdaten, Urheberrechtsfragen beim Output und die Einhaltung des EU-Datenschutzrechts. Zusätzlich verlangt der EU AI Act künftig eine sauber dokumentierte Risikobewertung und interne Governance für den Einsatz von General-Purpose-AI. 

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Perplexity: Die Recherchemaschine 

Mögliche Einsatzbereiche 

Perplexity wird in Unternehmen primär als Recherche- und Analysewerkzeug genutzt: für schnelle Informationsbeschaffung, Markt- und Wettbewerbsüberblicke, Quellenvergleiche, Faktenchecks und als Ergänzung zu klassischen Suchmaschinen. Besonders attraktiv ist die Kombination aus KI-Antworten und direkten Quellenangaben. Damit lässt sich Recherchearbeit stark verkürzen, was in Marketing, Kommunikation, Wissenstransfer und strategischer Planung zunehmend eingesetzt wird. 

Rechtliche Fallstricke 

Rechtlich heikel wird Perplexity an zwei Punkten:  

  • Erstens beim Umgang mit sensiblen Unternehmensdaten, da auch hier Eingaben grundsätzlich das Risiko eines externen Datenabflusses bergen.  
  • Zweitens bei der Verwendung externer Quellen: Das Tool zeigt Links an, übernimmt aber teils Inhalte in einer Weise, die urheberrechtliche Grauzonen erzeugen kann.  

Unternehmen müssen daher klären, wie Rechercheergebnisse intern weiterverarbeitet werden dürfen und ob eine dokumentierte Compliance-Regelung notwendig ist. 

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Copilot: Der Office-Assistent 

Mögliche Einsatzbereiche 

Copilot wird vor allem dort eingesetzt, wo Unternehmen ohnehin tief in der Microsoft-365-Umgebung arbeiten: für E-Mail-EntwürfeBesprechungsprotokollePräsentationenExcel-Analysen und die Automatisierung wiederkehrender Office-Prozesse. Viel Arbeitsaufwand verschiebt sich dadurch weg von manueller Routine hin zu strukturierten KI-gestützten Workflows, was insbesondere in HR, Projektmanagement, Vertrieb und interner Kommunikation attraktiv ist. 

Rechtliche Risiken im Business  

Rechtlich entscheidend ist bei Copilot vor allem die Frage, welche Daten das System verarbeitet und welche Speicherorte genutzt werden. Unternehmen müssen sicherstellen, dass interne Dokumente, personenbezogene Daten oder vertrauliche Inhalte nicht unbemerkt in externe Systeme gelangen. Zudem ist zu klären, wie Rechte an KI-generierten Inhalten gehandhabt werden, welche Compliance-Regeln gelten und wie Copilot im Rahmen des EU AI Act dokumentiert und überwacht werden muss. 

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Gemini: Der Workspace-Allrounder 

Mögliche Anwendungsbereiche  

Gemini wird in Unternehmen vor allem als vielseitiges Text-Analyse- und Recherchetool genutzt, häufig parallel zu bestehenden Google-Workspaces. Typische Einsatzfelder sind automatisierte Textentwürfe, schnelle thematische Recherchen, Datenaufbereitung, erste Übersetzungen oder die Unterstützung bei kreativen Konzepten. In Organisationen, die ohnehin stark mit Google-Diensten arbeiten, wird Gemini zunehmend als integrativer Bestandteil des Arbeitsalltags getestet. 

Rechtliche Risiken für Firmen 

Rechtlich relevant sind vor allem Fragen rund um Datenstandorte, Transparenz der Modellquellen und der Umgang mit sensiblen Informationen innerhalb von Google-Accounts. Unternehmen müssen prüfen, welche Daten automatisch synchronisiert werden, ob interne Inhalte in generative Modelle einfließen könnten und wie die Nutzung mit Datenschutzvorgaben vereinbar ist. Zusätzlich stellt der EU AI Act Anforderungen an Dokumentation und Governance, wenn Gemini in Unternehmensprozesse eingebunden wird. 

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Claude: Der Dokumentenanalyst 

Einsatzbereiche in Unternehmen 

Claude wird im Unternehmenskontext vor allem wegen seiner Stärken bei komplexen Textenlangen Dokumenten und präzisen Analysen eingesetzt. Typische Anwendungen sind das Strukturieren großer Berichte, das Prüfen von Argumentationsketten, die Erstellung sauberer Zusammenfassungen, das Analysieren juristischer oder technischer Inhalte sowie das Entwerfen klarer, gut gegliederter Texte. In Bereichen wie Beratung, Recht, Forschung, HR und Wissensmanagement wird Claude häufig als besonders „verlässlich“ wahrgenommen, weil das Modell tendenziell weniger halluziniert und eine höhere Kontexttiefe bietet. 

Rechtliche Risiken für Firmen 

Rechtlich relevant sind hier vor allem die Speicher- und Verarbeitungsorte von Eingaben, mögliche Auslagerungen in US-basierte Infrastrukturen und die Frage, welche Daten für Trainingszwecke genutzt werden könnten. Für Unternehmen spielt zudem die Absicherung der Vertraulichkeit eine zentrale Rolle, da Claude häufig mit sensiblen Dokumenten eingesetzt wird. Im Rahmen des EU AI Act gelten dieselben Anforderungen wie bei anderen General-Purpose-Modellen: Risikobewertung, Dokumentation, klare Nutzungspolicies und interne Kontrollmechanismen. 

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Grok: Der Tech-Spezialist 

Mögliche Einsatzbereiche im Business 

Grok wird bislang vor allem in technologieaffinen Unternehmen und Teams mit starkem Fokus auf Softwareentwicklung oder Datenauswertung eingesetzt. Das Tool ist auf schnelle, kontextbezogene Antworten ausgelegt und ergänzt technische Workflows, etwa für Codehilfen, Fehleranalysen, DevOps-Tasks oder technische Recherchen. Durch die Anbindung an dynamische Datenquellen wird Grok häufig dort getestet, wo Aktualität und Geschwindigkeit eine hohe Rolle spielen. 

Foto: Dima Solomin

Rechtliche Fallstricke  

Rechtlich liegt der Schwerpunkt auf Datenfluss, Infrastruktur und Transparenz: Grok ist stark an das Ökosystem eines einzelnen großen Plattformbetreibers gebunden, wodurch für europäische Unternehmen die Frage entscheidend wird, wo genau Daten verarbeitet werden und wie stabil die Compliance-Basis ist. Hinzu kommen Unsicherheiten zu Trainingsdaten, Urheberrecht und der Frage, ob das Tool in seiner aktuellen Form den Anforderungen des EU AI Act im Unternehmenskontext genügt. Unternehmen müssen vor dem Einsatz also besonders sorgfältig prüfen, ob Grok organisatorisch und rechtlich in bestehende Strukturen integrierbar ist. 

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Gut gerüstet für KI: Technisch nutzen, rechtlich absichern 

Der saubere Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen hängt nicht mehr nur von der technischen Auswahl ab, sondern vor allem davon, ob Firmen die rechtlichen Rahmenbedingungen verstehen und aktiv steuern. Die hier vorgestellten Tools zeigen, wie schnell sich der Markt entwickelt und wie groß die Unterschiede bei Datenschutz, Modelltransparenz und Haftungsrisiken sein können. Wenn Unternehmen sicherstellen wollen, dass KI-Tools nicht nur effizient, sondern auch rechtskonform eingesetzt werden, ist professionelle Unterstützung der sinnvollste nächste Schritt!  

Über unser Netzwerk spezialisierter KI-Jurist:innen kannst du fundierte Beratung oder einen Kurs buchen, der dir genau jene Klarheit verschafft, die im Alltag entscheidend ist.